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         WM der Frauen in Chicago           

 

 

Man war ich aufgeregt! Schon beim Flug über den großen Teich, 4 Tage vor dem eigentlichen Wettkampf, hatte ich schon mit zitternden Händen und Schweißausbrüchen schwer zu kämpfen. Ich  kleines Bayerwaldmädel fliege zu den Amis und vertrete die deutschen Farben auf der Powerliftingbühne! Whow!! Nach 8 Stunden landeten wir in Chicago, auf dem weltgrößten Flughafen. Mann oh Mann, ob man da überhaupt mal wieder rausfindet? Recht witzig waren die Formalitäten bei der Einreisebehörde. Die Jungs wollen auf Nummer sicher gehen, dass man das schöne Land auch wieder verlässt und zwar spätestens nach 3 Monaten und zu diesem Zwecke, bekommt man einen Stempel in den Pass verabreicht und wird auch nach dem Grund der Einreise ausgefragt. Natürlich habe ich den Jungs von der bevorstehenden WM erzählt und prompt wollten sie wissen, was ich den so auf der Bank drücke.  Erst kurz überlegt und in  Pounds umgerechnet und so kam ich auf 280 amerikanische Pounds. Der gute Mann war sichtlich erschüttert und hat erst mal quer durch die Halle zu seinem Kollegen diese Ungeheuerlichkeit kund gegeben. Sein Freund wollte dann auch noch lautstark wissen, wie viel ich ziehe(Kreuzheben) und so wurde es eine sehr muntere und lautstarke Unterhaltung, über die Köpfe, von einigen hundert Einreisenden hinweg. Tja, so kann man natürlich auch für Aufsehen sorgen?!

 Bis Freitag hatten wir alle Schonfrist und waren deswegen auf Kultur und Besichtigungstour. Am Freitagmorgen ging es Marion Friedrich an den Kragen. Bei den Beugen konnte sie sich gleich auf einen neuen deutschen Rekord verbessern und beim Bankdrücken räumte sie, wie immer ihre obligatorische  Silbermedaille ab. Die Russin schnappte ihr die Goldene, mit ihren leicht gedrückten 95kg wieder einmal vor der Nase Weg. Hätte der Kampfrichter, bei der Russin, nicht beim Kommando gepennt, wären die 100kg erstmalig in der 44 er Klasse gefallen. Eigentlich unvorstellbar: 100kg auf der Bank mit knapp 44kg Eigengewicht!!! Beim abschließenden Kreuzheben, hat man bei Marion immer das Gefühl: sie ist froh, das der Wettkampf fast vorbei ist und will eigentlich nur noch von der Bühne runter.Das Kreuzheben ist nun mal nicht ihr Ding.  Über eine etwas christlichere Uhrzeit für den Wettkampfbeginn konnte sich Birgit Fischer freuen. Wer geglaubt hätte, Birgit könnte eigentlich kein Gramm mehr abnehmen, da eigentlich kein Gramm Fett mehr vorhanden sei, wurde hier eines absolut besseren belehrt. Hätte man Birgit mit etwas Selbstbräuner versehen, dann wäre sie ohne große Probleme eine Bodybuildingsmeisterin geworden. Ich habe gar nicht gewusst, dass man so viele Streifen im Trizeps haben kann. Birgit ist aber keine Bodytante, sondern mit Leib und Seele Kraftsportlerin! Wir waren natürlich alle gespannt, wie viele Kilos ihr das Abnehmen gekostet hatte und natürlich auch, ob ihr Rücken hält. Noch sehr gut konnten wir uns an Riesa erinnern, wo eine Verletzung fast das Aus bedeutete. Aber heute hielt der Rücken und mit den gebeugten 167.5kg holte sie sich schon mal Silber. Bankdrücken lief für Birgit verhältnismäßig gut, nur knapp am 3. Platz vorbei geschrammt. Tja und in ihrer Paradedisziplin  dem Kreuzheben machte sie gleich mal Nägel mit Köpfen! Mit ihrer klugen Steigerungstaktik setzt sie die Russin mächtig unter Druck und prompt machte sie auch einen Fehler beim Steigern und Fischi konnte mit 197.5kg ihre wohlverdiente Goldmedaille entgegen nehmen. Nebenbei wurde sie auch noch Vizeweltmeisterin in der Gesamtwertung. Alle Achtung, unser aller Respekt Fischi!

Am Samstag musste Anke als Erste, in der 67.5er Klasse an die Hantel. Ich weiß wirklich nicht was schlimmer ist, so früh zu heben, oder in Warteposition in der Zuschauermenge auszuharren. Streckenweise wollte ich liebend gerne mit Anke tauschen und die Sache endlich hinter mich bringen. Aber jetzt war Anke an der Reihe und schockte gleich mal. Der erste Kniebeuger setzte sie  in den Sand. Oh je, die Tiefe war nicht mal waagrecht. Hilft alles jammern nichts, in der Wiederholung lief es dafür lehrbuchmäßig. Mit den 155kg im Zweiten war Anke natürlich überhaupt nicht zufrieden, da sie sich eigentlich 170kg vorgenommen hatte. So nach dem Motte, Augen zu und durch, wurde mal schnell im Dritten 170kg aufgelegt und locker gebeugt. Jetzt strahlte Anke erst einmal mit der Sonne um die Wette. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, jetzt steht erst mal Bankdrücken auf den Programm. Nicht unbedingt ihre Lieblingsübung, aber auch hier konnte sie zulegen. Beim Kreuzheben blieben zwar 182.5kg für die Wertung stehen, aber irgendwie will ihr Rücken nicht so, wie Anke es gerne möchte. Die 182.5kg sind eigentlich schon eine alte Bestmarke, aber für mehr ist der Rücken noch nicht bereit. Ärgere dich nicht darüber, Hauptsache der Rücken hält und macht nicht schlapp.

In fast jeder Gewichtsklasse konnten sich unsere Athletinnen über sogenannte Ausfälle freuen, sprich Athleten die nicht erschienen sind, die eine Gewichtsklasse hoch, oder auch runtergegangen sind, oder auch über Athletinnen, die geplatzt sind(3Ungültige), nur in der 75er Klasse war das komplette Feld anwesend und sogar noch eine gute Heberin mehr mit an Bord. Da kann man nichts ändern,also Augen zu und durch und vor allem das Bestmöglichste bringen. Susanne Cleve war auch in meiner Klasse, so musste ich nicht nur die Konkurrenz vor mir beobachten, sondern auch ein scharfes Auge auf Susanne haben, nicht das sie mir das Wasser abgräbt. Im Anfangsversuch in der Beuge lag ich lächerliche 2.5kg vorne, im 2.Versuch gingen wir beide auf 160kg, wobei ich sehr schnell merkte, das es mit meiner neuen Bestleistung nichts werden würde. Ich steigerte zwar noch prophylaktisch um 2.5kg, aber rechnete schon mal, im Geiste durch, wie die Sachlage steht, wenn Susanne mit den 170kg  ins Bankdrücken geht. Krafttechnisch wären die 170kg locker drin gewesen, aber der fehlende Sicherheitszentimeter wurde ihr zum Verhängnis und so gingen wir mit je 160kg zum Bankdrücken. In Luxemburg, bei der WM im Bankdrücken, hatte ich die 120kg vergeigt, aber heute wollte ich es wissen. Mit 110kg eröffnete ich den Wettkampf und war erst mal ernüchtert, da sie ziemlich schwer gingen. Oh Mann, oh Mann, da sollten die 120 gehen? Der 2. Versuch über 115kg ging dafür schon viel besser. Nun hatte ich wieder einen Hoffnungsschimmer am Horizont entdeckt. Also rauf mit den 120kg auf die Hantel, sich darunter gelegt, so richtig reingespreizt, Gewicht zur Brust ablassen und nach einer deutlich, sichtbaren Pause, einfach nach oben gedrückt. So einfach geht das und wie einfach das ging. Ich war direkt geschockt, wie locker sich die 120kg nach oben bewegen ließen. Ungläubige Gesichter beim Coach und die berechtigte Frage, vom Verbandschef, warum hast du nicht mehr genommen. Ja, wenn ich das gewusst hätte, dann wäre ich auch mit 122.5 einverstanden gewesen. In meinem nächsten Leben werde ich Hellseherin!!! Susanne blieb mit 102.5kg deutlich unter ihren Möglichkeiten. Beim Kreuzheben war unser erster Versuch für Beide keine sonderliche Herausforderung. Im 2.Versuch schlich sich dafür mächtig der Fehlerteufel ein. In der Hocke, beim wegziehen, war es mir, als ob irgendjemand den Schalter umgelegt hätte und ich ließ das Gewicht, wo es war, nämlich am Boden. Susanne bekam es zwar vom Boden weg, aber das war es auch schon. Wenn bei mir die 190kg stehen bleiben, dann würde mir das mindestens 2 Plätze kosten. Und vor allem: 190kg ist wirklich kein Gewicht, damit mache ich mich doch normalerweise warm!! Mit einer Mordswut im Bauch hebt es sich nun mal besser und so waren die 197.5 oben! In der Endabrechnung bedeutete das den 6.Platz für mich und den 9.Platz für Susanne. Wenn in unserer Klasse auch 4 Leute rausgefallen wären, wie in der 67.5er Klasse, ja dann..................Ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre, dann......

Nachdem ich Ulla am Samstag noch ihren Dorn, aus dem Fuß gezogen hatte, bzw. es jedenfalls versucht hatte, musste Ulla am Sonntag ran an den Feind. Mit ihren 180kg in der Beuge zeigte sie schon mal, wo der Hammer hängt. Auf der Bank wurden mal schnell noch 122.5 gedrückt, leider gingen die Steigerungen in die Hose. Mit frischem Mut ging es zum Kreuzheben. Die 215kg waren überhaupt kein Problem, mit der Steigerung auf 222.5kg würde eine Einzelmedaille und auch der 3.Platz in der Gesamtwertung herausspringen. Mit der nötigen Motivation ging Ulla an die Hantel und verletzte sich  dabei am Knie. Trotz einer Bandagierung konnte das Gewicht in der Wiederholung auch nicht mehr zur Hochstrecke gebracht werden. Unser aller Mitgefühl hast du Ulla, wir hätten es dir von Herzen gegönnt. Die Medaille, die du heute verloren hast, die holst du dir dafür bei den Masters!

In  der Nationenwertung haben wir Mädels den 6.Platz , von 19 Nationen geholt. Na, wenn das nichts ist, damit könne wir mehr als zufrieden sein. Der ganze Aufenthalt in Chicago, waren wir ein eingeschworenes Team, ohne Neid, Streitigkeiten. Jede hatte den Anderen aus Leibeskräften angefeuert und unterstützt. Von Zickenalarm keine Spur, sondern wirklich eine schöne gemeinsame Zeit haben wir verlebt. Recht witzig war auch noch das Bankett. Nachdem wir ja im Amiland waren, hatten wir so unsere Vorstellungen, von der Abschlussfeier. So Richtung Monsterparty, mit Sekt,  und Kaviar haben wir geträumt. Die Realität holte uns sehr schnell ein, spätestens dann, als wir im Saal Platz nahmen, wo für 250 Gäste, nur ca. 100 Stühle aufgestellt waren. Die Stühle konnten besorgt werden, nur das Essen war auch für 100 Personen gedacht und wer weiß, was hungrige Sportler so alles futtern können, vor allem, wenn sie aus der UDSSR stammen, dann kann man sich leicht vorstellen, das wir ziemlich hungrig zu Bett gingen. Unser Nationaltrainer, Veiko Friedrich war nur noch sauer und schwor niemals wieder besucht er irgend ein Bankett. Da konnten wir nur uneingeschränkt zustimmen. Für die 30 Dollars hätten wir ein Gelage außerhalb des Hotels feiern können und da wären wir sicherlich satt geworden!!

Ulla musste als einzige am Montag wieder zurück nach Deutschland, wir blieben teilweise, bis Mittwoch, bzw. noch viel länger, da Veiko, Tom, Claudia und Marion nach Florida flogen und Bernd Richtung New York aufbrach. Zur EM in Trencin fährt nur ein Teil unserer Truppe, da Marion und ich auf die WM Bankdrücken uns vergnügen. Mal sehen, wann wir uns wieder in dieser Besetzung auf einen Wettkampf wiederfinden.

Hoffentlich bald.............Den Mädels wünsche ich jedenfalls viel Glück zur EM.   Nach der Korrektur, nach einem positiven Dopingtests der Tschechin, wurde Susanne auf den 8.Platz und ich auf den 5.Platz gesetzt! Somit wären wir in der Nationenwertung jetzt sogar auf dem 5.Platz. Nur leider interessiert es nun keinen mehr. So eine Ungerechtigkeit!!

                                                                                                                                                                 

 

EM KDK 2004 in Trencin  

Eigentlich hatte ich nicht gerade übermäßige Lust, nochmals nach Trencin zu pilgern. Fast würde es sich ja schon rentieren, sich ein Häuschen in Trencin zu kaufen, da in regelmäßigen Abständen, internationale Wettkämpfe dort stattfinden. Wollte ich meine Chancen auf die World Games 2005 noch wahren, half es alles nichts, wieder mal das Auto vollgepackt und ab nach Trencin. Den Weg kannten wir ja mittlerweile und diesmal hatten wir auch alle Papiere mit an Bord! Die Meldeliste versprach nichts gutes, da 2 starke Heberinnen aus der 67.5er, ihre Gewichtsklasse nicht mehr halten konnten und in die 75er hochgewandert sind. Eigentlich wäre die 82.5er sogar günstiger für mich gewesen, aber mit guten 71kg, kann man weder rauf, noch runter gehen! Die Umstellung auf die neuen Anzüge verlief alles andere als toll und so musste ich mit einem ausgeliehen Kniebeugeanzug und einem umfunktionierten“ Metalbeuger“ zum Kreuzheben antanzen. Mein Bankdrückhemd hatte auch schon mal bessere Tage gesehen und so kaufte ich mir kurzentschlossen, vor Ort noch ein Neues, was ich auch gleich im Wettkampf , auf Herz und Nieren testete. Die Beugen liefen sehr gut! Die neue Bestleistung, von 165kg,  konnte auch nicht der ausgeleierte Inzer nicht mehr verhindern. Das neue Hemd machte nur kurz beim Einheben Probleme, aber im Wettkampf kamen die 117.5, wie aus der Pistole und so probierte ich mal wieder die 122.5kg, diese waren wieder einmal zu schwer. Bin ja gespannt, wann ich diese Grenze mal durchbreche. Vielleicht sollte ich gleich auf 125kg gehen und mich nicht mit Kleinigkeiten abgeben?! Große Zitterpartie war diesmal bei meiner Lieblingsübung, dem Kreuzheben, angesagt. Nachdem mich der Ellbogen, beim Bavariacup, so schmählich in Stich gelassen hatte und auch bei der Vorbereitung zur EM, mehr die Arztpraxis und den Physiotherapeuten, besucht hatte, als schwer gehoben, lief es nach dem Motto, alles oder nichts! Entweder ich starte mit 160kg, dafür brauche ich nicht mal den Anzug, das ziehe ich zur Not auch 4X, oder gehe mit 185kg in den Wettkampf und probiere mein Glück. Um es vorweg zu nehmen, der Ellbogen hat gehalten! Der umfunktionierte Kreuzhebeanzug hat zwar nur die Last von 192.5kg zugelassen, aber dies war an diesem Tag Nebensache. Insgesamt wurden es 475kg und ich konnte den 7.Platz belegen. Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass von 9Versuchen, 8Versuche gültig waren, passiert, im Maximalbereicht, auch nicht alle Tage!

Alles in allem, hat es sich doch gelohnt, da ich mittlerweile die Nominierung für die World Games in der Tasche habe!

 

 

 

WM in Trencin im Bankdrücken

 

Voller Mut und Zuversicht packten wir Kind und Kegel ins Auto und so ging es über Österreich, nach Trencin in der Slowakei. Bis zur Grenze in Berg verlief die Fahrt ohne besondere Vorkommnisse, oder so…Der österreichische Grenzposten guckte ziemlich desinteressiert auf unsere Ausweise und so fuhren wir zum slowakischen Grenzhäuschen. Ich weiß nicht, aber an den Grenzen zum Osten, fühle ich mich immer gar nicht wohl. Dies ändert auch nichts daran, das 2004 einige dieser Länder zur EU gehören werden. Also unser schönstes Lächeln aufgesetzt und die Pässe  aus dem Autofenster gereicht. Doch, oh Schreck, der Personalausweis, von Sigi ist ja abgelaufen. Da gibt es keine Ausnahmen, da gibt es keine kommende EU, nein, vielleicht wollen wir  uns ja, als illegale Einwanderer im Lande breit machen?? Da hilft alles nichts, wir waren erst einmal am Ende. Was jetzt? Nach Hause fahren und den Reisepass holen ist unmöglich, über die Grenze kommen wir nicht. Da hilft alles nichts, wir müssen uns eine Unterkunft in Österreich suchen und ich fahre eben am Samstag alleine nach Trencin und guck, wer mich betreut usw.. Eigentlich als kleines Problem betrachtet, die Unterkunft, gestaltete sich schon mal zum Desaster. Wie die heilige Familie auf Herbergssuche, so kam ich mir streckenweise vor. Entweder waren die Wirtsleute selber im Urlaub, oder die Unterkunft unbezahlbar oder sonst was. Nach 4 Stunden und 2 Nachbarortschaften weiter, wurden wir mal fündig. Nun musste ich nur noch Veiko erwischen, ob er erstens noch am Samstag da ist und zweitens, ob er mich betreut? Ein schwieriges Unterfangen, wenn man erstens kein Handy, zweitens die Handynummer vom Veiko nicht hat und drittens zwar die nötige Nummer sich besorgt, aber sein Akku im Ar…. war. Mann oh Mann, was kommt noch alles? Die ganze Nacht hatte ich kein Auge zugemacht, so beschäftigten mich die ungeklärten Fragen. Wie gerädert führ ich, um 6 Uhr morgens, mit Ramona, Richtung Trencin. Der Grenzbeamte wollte auf einmal nicht mal mehr unseren Ausweis sehen????? Die Halle fanden wir nach einigem Suchen auch noch und dem Himmel sei dank, tauchte Veiko Friedrich auch noch auf. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen. Die erste Überraschung erfolgte schon  mal nach der Waage, da waren auf einmal etliche Konkurrenz in die 82er abgewandert? Laut Meldeliste war ich ja auf den 11Platz gesetzt, auf einmal war ich schon mal 6. Nur leider hat der Adrenalinstoß versagt. Ich machte zwar mein Ding, wie man so schön sagte, aber irgendwie wurde ich nicht ganz wach und die Gier nach dem Gewicht, bzw. der Kampfgeist machte wohl gerade Urlaub. Das änderte sich auch nicht, als ich auf einmal um die Bronzemedaille mithob. Die Amerikanerin blieb bei ihrem Anfangsversuch von 120kg hängen und ich hatte im 2. Versuch die 117.5kg ganz gut bewältigt. Die Japanerin war mir zwar nah auf den Fersen, aber wie sagt man so schön, Angriff ist die beste Verteidigung. Wollte ich die Amerikanerin ärgern, brauche ich die 122.5kg, da ich 600g schwerer war. Will die Japanerin mich angreifen genügen ihr die 120kg, will sie aber den 3.Platz ins Visier nehmen, dann muss sie auf die 125kg steigern, wohlgemerkt bis dato stehen bei ihr nur die 110kg vom 2. Versuch zu Buche. Mit meinen 122.5kg musste ich als Erste raus auf die Bühne. Wenn ich die Technik so erwische, wie in Chicago, dann gibt es keine Probleme, wenn nicht…..es wird sich rausstellen. Also, erst einmal der Versuch gestartet, sich zu konzentrieren, dann rauf auf die Bank und sich so richtig reingespreizt. Gewicht auf den gestreckten Armen, bis zum Signal halten, noch tief Luft holen und kontrolliert zur Brust absenken, eine kurze Pause halten und dann mit aller Kraft, der Schwerkraft entgegen, nach oben gedrückt. Von der Brust ließ sich die Last noch wegdrücken, dann war aber Schluss mit Lustig und die Stange blieb nach einem Drittel des Weges einfach stehen. Das war es nicht! Jetzt musste ich auch noch abwarten, was die Japanerin macht, ob sie mehr Glück hat. Der Sprung von 110 auf 125kg ist aber auch kein Kinderspiel und so musste auch sie mit 3 roten Lampen vorlieb nehmen. Die Amerikanerin drückte die 125kg auch nicht, aber ihre 120kg reichten für den 3.Platz. Wie hat Veiko so schön zu meiner Tochter gesagt: entweder deine Mama hätte sich mal angestrengt und die 122.5 hochgedrückt, oder sie ist einfach um 600g zu fett!  Über den entrüsteten Gesichtsausdruck von Ramona, hätte ich mich fast zu Tode gelacht. Da kann ja das Ziel für 2004 nur heißen, entweder 600g abzunehmen, oder die 122.5kg einfach drücken. Ich glaube, ich versuche mich gleich an den 125kg! Sehr viel bekam  ich vom restlichen Wettkampf  gar nicht mit, da ich sofort, nach meiner Schlacht, wieder nach Österreich zurückgefahren bin um meinen armen Mann abzuholen. Der Ärmste verbrachte einen stinklangweiligen Tag in einem Kurkaffee und war nur noch froh, als er uns wieder sah. Tja, da hat man auch wieder Sehnsucht nach seiner Ehefrau.......